Pressemitteilung 22. Mai 2012

Cerbomed GmbH: Erster Patienteneinschluss in Studie zu chronischer Migräne

ERLANGEN/MÜNCHEN, 22.05.2012 
Das Medizintechnikunternehmen cerbomed GmbH aus Erlangen und das Oberbayerische Kopfschmerzzentrum der Neurologischen Klinik am Klinikum Großhadern in München geben den Einschluss des ersten Patienten in die gemeinsame klinische Studie zur Behandlung chronischer Migräne mit transkutaner Vagusnervstimulation (t-VNS) bekannt.

Unter der Leitung von Prof. Dr. med. Andreas Straube werden in der randomisierten, doppelblinden Studie die Wirksamkeit und Sicherheit der t-VNS an 98 Patienten, die an chronischer Migräne leiden, untersucht.

Migräne – eine Volkskrankheit
In Deutschland leiden etwa 10 Prozent der Bevölkerung an Migräne. Deutlich mehr Frauen als Männer sind von dieser Kopfschmerzform betroffen.

Bei etwa 0,5 Prozent der Deutschen wird eine chronische Migräne diagnostiziert. Nach Definition der International Headache Society liegt eine chronische Migräne vor, wenn über einen Zeitraum von mehr als 3 Monaten Migränekopfschmerzen an mehr als 15 Tagen im Monat auftreten.

„Patienten mit chronischer Migräne sind in Ihrem Berufs- und Privatleben stark eingeschränkt. Oftmals bringt auch eine medikamentöse Prophylaxe, häufig mit Nebenwirkungen belastet, nicht die gewünschte Reduktion der Migräneattacken. Umso wichtiger ist es, an neuen wirksamen Therapieoptionen zu forschen, die nur geringe Nebenwirkungen mit sich bringen“, so Prof. Dr. Straube.

Prof. Dr. Straube ist Leiter des Kopfschmerzzentrums und Präsident der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft.

Schmerzstillender Effekt der t-VNS
In Zusammenarbeit mit der Ambulanz für somatoforme Störungen und chronischen Schmerz der Universität Regensburg wurde eine randomisierte, kontrollierte Studie zur somatosensorischen Schmerzverarbeitung durchgeführt. Die neue Therapieoption t-VNS birgt großes Potenzial, erklärt Prof. Dr. med. Jens Ellrich, Chief Medical Officer bei der cerbomed GmbH: „Unter der t-VNS kam es zu einer statistisch signifikanten Reduktion der mechanischen Schmerzwahrnehmung und zu einer Erhöhung der Druckschmerzschwelle bei gesunden Probanden. Die Ergebnisse und Erkenntnisse aus dieser Studie haben uns darin bekräftigt, die klinische Studie zur Therapie von chronischer Migräne mit t-VNS durchzuführen“.

Über t-VNS
Die transkutane Vagusnervstimulation richtet sich an Patienten, die an schwer behandelbaren neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen leiden. Die t-VNS-Therapie basiert darauf, dass ein Ast des Vagusnervs in bestimmten Regionen der Ohrmuschel mit elektrischen Impulsen durch die Haut hindurch (transkutan) stimuliert werden kann.

t-VNS mit NEMOS
Cerbomed hat für die t-VNS-Therapie einen speziellen Stimulator und eine neuartige Ohrelektrode entwickelt und patentiert. Die elektrischen Impulse werden durch den Stimulator erzeugt, der mit der Ohrelektrode verbunden ist. Mit dem transkutanen Vagusnervstimulator NEMOS ist eine gezielte Stimulation des Vagusnervs möglich, ohne einen operativen Eingriff vornehmen zu müssen.

NEMOS wird auf dem deutschen Markt voraussichtlich ab dem 3. Quartal 2012 für Patienten mit schwer behandelbaren Epilepsien und Depression erhältlich sein.

Über cerbomed
Cerbomed ist ein innovatives Medizintechnikunternehmen, das sich auf die Erforschung, Entwicklung und Herstellung neuer Technologien und Produkte im Bereich der Neuromodulation konzentriert. Im Fokus der Aktivitäten steht die transkutane Vagusnervstimulation (t-VNS), die insbesondere für Patienten mit schwer behandelbaren neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen eine Therapieoption bieten kann.

Die cerbomed GmbH hat 2011 die europäische Zulassung (CE-Zeichen) für den transkutanen Vagusnervstimulator NEMOS erhalten. Ab 2012 werden zwei klinische Studien zur Wirksamkeit von t-VNS bei Patienten mit pharmakoresistenter Epilepsie und chronischer Migräne durchgeführt.

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